Arbeitsschutzgesetze und Arbeitssicherheit

Das Arbeitsschutzgesetz in der Übersicht

Das deutsche Arbeitsschutzgesetz ist zur Umsetzung von EU – Richtlinien zum Arbeitsschutz in Kraft getreten. Die vollständige Bezeichnung des Arbeitsschutzgesetzes lautet:

„Gesetz über die Durchführung von Maßnahmen des Arbeitsschutzes zur Verbesserung der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes der Beschäftigten bei der Arbeit.“

Das Arbeitsschutzgesetz in Deutschland hat zum Ziel, die Gesundheit aller in Deutschland Beschäftigten zu verbessern. Das Arbeitsschutzgesetz gilt auch für Beschäftigte im öffentlichen Dienst.

Um neben den klassischen Gefährdungspotentialen wie chemischen, biologischen oder physikalischen Gefährdungen andere Gefährdungen nicht außer Acht zu lassen, wurde die Gefährdungsbeurteilung bei der Einführung des aktuellen Arbeitsschutzgesetzes aufgenommen –> Arbeitsschutzgesetz § 5: Beurteilung der Arbeitsbedingungen.
Arbeitsschutzgesetz
Die Gefährdungsbeurteilung schließt die Gestaltung von Arbeits- und Fertigungsverfahren, Arbeitsabläufen und deren Zusammenwirken mit ein.
Die Pr äventionsmaßnahmen, die aus einer solchen Gefährdungsbeurteilung hervorgehen, sind auf Ihre Wirksamkeit zu überprüfen. Da das Arbeitsschutzgesetz auf verbesserte Arbeitsbedingungen im Allgemeinen abzielt, werden häufig individuelle Schutzmaßnahmen der einzelnen Arbeitnehmer vernachlässigt. Daher ist es notwendig, die Arbeitsschutzmaßnahmen zu dokumentieren. Darüber hinaus ist der Arbeitgeber im Rahmen der Arbeitsschutzgesetze verpflichtet, seine Mitarbeiter regelmäßig zu unterweisen.
Verordnungen im Rahmen der Arbeitsschutzgesetze:

Weitere Informationen zu Arbeitsschutz und Verordnungen: Inside Wolkdirekt
Quellen der Verordnungen: Wikipedia und gesetze-im-internet.de.

Arbeitsschutzgesetze – Vom Paternalismus zur Partnerschaft – Arbeitsschutz im Wandel der Zeit

Die Zeit der Industriellen Revolution in der westlichen Welt war gekennzeichnet von rapidem technologischem Fortschritt und einer massiv steigenden Anzahl an Arbeitskräften, die aus der Armut des Landlebens in die Städte und Fabriken strömten. Ungelernte Arbeiter und Kinder, die Maschinen bedienen mussten, waren oft überfordert. Die straffen und anonymen Arbeitsabläufe ließen die Unfallgefahr immer größer werden.

Arbeitgeber konnten verletzte ungelernte Arbeiter in Zeiten eines Arbeitskräfteüberschusses schnell ersetzen, weshalb das Interesse an der Einführung von Arbeitsschutzmaßnahmen noch verhältnismäßig gering war. Für den Staat jedoch erschien es als untragbar, dass immer mehr Kinder als künftige Rekruten für die Armee ausfielen, weil sie durch Arbeitsunfälle nicht mehr in der Lage waren, den militärischen Dienst zu verrichten. Es lag also damals primär im Interesse des Staates, Arbeitsschutzgesetze zu erlassen.

Deshalb setzte Preußen im Jahre 1839 das „Preußische Regulativ“ als erstes Arbeitsschutzgesetz im eigentlichen Sinne in Kraft. Auch die Gewerbeordnung des Landes, die später zum Vorbild für eine reichsweite Regelung werden sollte, verpflichtete Arbeitgeber, Maßnahmen zum Schutz ihrer Belegschaft vor Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten zu veranlassen. Darüber hinaus führte der immer stärkere Organisationsgrad der Arbeiter in den Gewerkschaften zu vermehrtem Druck auf Arbeitgeber, sich Gedanken um die Sicherheit der Beschäftigten zu machen, sowie auf den Gesetzgeber, weitere und noch umfassendere Arbeitsschutzgesetze zu erlassen.

Das Unfallversicherungsgesetz, das von Bismarck 1884 geschaffen wurde, und die darauf aufbauende Gründung von Berufsgenossenschaften waren in Deutschland ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zur Absicherung von Arbeitnehmern gegenüber Gefahren, die das Berufsleben mit sich brachte. Zum Ende des 19. Jahrhunderts wurden Arbeitsschutzgesetze auch für Angestellte und Beamte verabschiedet. Auch ging von vielen Unternehmern selbst die Initiative zur Verbesserung der Arbeitssicherheit ihrer Beschäftigten aus, da sie entdeckten, dass ein Verlust immer besser qualifizierter Arbeitnehmer durch Unfälle und Krankheiten einen enormen Kosten- und Risikofaktor für sie selbst darstellen würde.

Heute reichen Arbeitsschutzgesetze weit, vor allem ist die Fülle der darauf gestützten Verordnungen (zB Arbeitsstätten-, Bildschirmarbeits- oder Lastenhandhabungsverordnung) fast unüberschaubar. Neben tariflichen Vereinbarungen und nationalen Gesetzen gewinnen – nicht zuletzt auf Grund des freien Personenverkehrs – auch Richtlinien und Verordnungen der Europäischen Union immer mehr an Bedeutung. Die Vielfalt, Ausdifferenzierung und Spezialisierung innerhalb der Arbeitswelt machen es unmöglich, allen berufsspezifischen Risiken lediglich mit allgemeinen Gesetzen zu begegnen.

Arbeitsschutzgesetz

Arbeitsschutzgesetz

Arbeitsschutzgesetze werden künftig nur noch eine grundlegende Basis für das abgeben, was Ministerien durch – speziell auf die Risikosituation der einzelnen Branchen und Betriebsstätten abgestimmte – Verordnungen regeln werden. Darüber hinaus sind die Verbände und Betriebe immer stärker selbst gefordert, in Zusammenarbeit den Gewerkschaften, Kammern, Betriebsräten und Sicherheitsvertrauensleuten auf Herausforderungen zu reagieren, die sich konkret aus dem jeweiligen Arbeitsumfeld heraus ergeben.

Auf supranationaler Ebene werden politische Vereinbarungen über Mindeststandards an Bedeutung gewinnen, die dort zur Grundlage nationaler Gesetzgebungen werden, wo bislang der Verzicht auf verbindliche Normen zum Arbeitsschutz als Standortvorteil betrachtet wurde. Denn auch in einer globalisierten Wirtschaft werden die Sicherheit am Arbeitsplatz sowie die Verhütung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten stärker als zuvor nicht nur als Kostentreiber, sondern als Faktoren entdeckt werden, die Fortschritt, Qualitätsarbeit und Wohlstand begünstigen.

Geltendes Arbeitsschutzgesetz in Deutschland

Der Gesundheitsschutz sollte in einem Betrieb am Arbeitsschutzgesetz (Arbschg) ausgerichtet sein. Das aktuelle Arbeitssicherheitsgesetz sieht ja umfangreiche Regelungen und Vorschriften vor (hinsichtlich Arbeitszeit, Pflichten, Arbeitsmittel, usw.), die die Sicherheit im Betrieb erhöhen sollen. Die innerbetriebliche Arbeitsorganisation sollte so ausgelegt sein, dass es eine Unterweisung für die zuständigen Beschäftigten in Sachen Arbeitsschutzrecht und betriebliche Arbeitsbedingungen geben sollte.

Das Arbeitsrecht bzw. das Arbeitsschutzrecht wird in Deutschland mittels eines dualen Systems überwacht:

1. Das Gesetz wird durch die Aufsichtsbehörden der einzelnen Länder überwacht. Auf Bundesebene sind die Bundesbehörden zuständig.

2. Zum anderen wird das Arbeitsschutzrecht durch die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung und der Unfallkassen überwacht.

Denken Sie immer daran, die Sicherheit und der Gesundheitsschutz im Betrieb sollte immer ernst genommen werden. Ihre Arbeiter haben ein Recht auf sichere Arbeitsbedingungen. Betriebliche Unterweisung ist hinsichtlich der Sicherheit ein starker Eckpfeiler was den Arbeitsschutz angeht.

Arbeitsschutz im Büro

Rückenschmerzen sind nach Depression die wichtigste Einzeldiagnose. Allein in Deutschland leiden 4 von 10 Erwachsenen unter Rückenschmerzen. Dabei lassen sich insbesondere die Arbeitsbedingungen in Büros dahingehend gesünder gestalten, dass Bürostühle sich ergonomisch an den Rücken anpassen.

Ergonomische Bürostühle sind somit eines der wichtigsten Ausstattungsmerkmale von Werkstätten, Laboren oder Büros.