ATEX – Atmosphere Explosive | Explosionsschutz


Arbeitsschutzgesetz

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ATEX Directive
ATEX Richtlinien: ATEX 95 | ATEX 137
ATEX Zone
ATEX Zertifikat / Zulassung

ATEX – Explosionsschutz – EU Produktrichtlinien

ATmosphère EXplosive, kurz ATEX, bezeichnet die Direktive der Europäischen Union auf dem Gebiet des Explosionsschutzes. Sie beinhaltet zwei Richtlinien, zum einen die ATEX-Produktrichtlinie 94/9/EG und zum anderen die ATEX-Betriebsrichtlinie 1999/92/EG. Erstere zeichnet sich durch an das Produkt geforderte Normen aus, mit dem Ziel, Arbeiter in explosionsgefährdeten Umgebungen zu schützen. Das Produkt wird dabei von entsprechenden Gesundheits- und Sicherheitsanforderungen belegt, die von Seiten des Herstellers her zu beachten sind und deren Einhaltung vom Verwender nachzuweisen sind. Die „Neuheit“ dieser Richtlinie besteht aber darin, dass nun auch nichtelektronische Geräte davon betroffen sind, beispielsweise drehende Kupplungen, die durch ungehemmte Wärmeübertragung ein Entzündungsrisiko darstellen könnten, obwohl sie selbst keine Wärme erzeugen.
Mit Eintritt des 30.01.2003 dürfen die Mitgliedsstaaten der EG nur Geräte, Schutzsysteme und Komponenten in explosionsgefährdeten Umgebungen einsetzen, die auch den entsprechenden Normen der sogenannten ATEX-Richtlinie entsprechen.

Als „Gerät“ wird jegliche Form von Maschine, Betriebsmittel oder Vorrichtung verstanden, die vereinzelt oder im Zusammenspiel Energie erzeugen und derart formen kann, dass dabei eine mögliche Entzündungsgefahr besteht.

Die Geräte werden in Kategorien eingeteilt, deren Zuordnung bestimmt, ob diese sehr hohe, hohe oder mittlere Sicherheitsanforderungen benötigen, welche dann letztendlich über die Einteilung in bestimmte Zonen entscheidet, in denen die Geräte zum Einsatz kommen. So soll z.B. ein Gerät der Kategorie 1 mit sehr hoher Sicherheitsanforderung in keinster Weise Anwendung in der Zone 22 finden, welche nur für Geräte der Kategorie 2 mit hoher Sicherheitsanforderung zugelassen ist.

ATEX Betriebsrichtlinie 1999/92/EG

Atex Explosionsgeschützt

ATEX Betriebsrichtlinie 1999/92/EG legt Mindestvorschriften fest, die zur Verbesserung des Gesundheitsschutzes und der Sicherheit der in explosionsgefährdeten Umgebungen arbeitenden Arbeitnehmer beitragen soll. Der Arbeitgeber hat zur Erfüllung dieser Vorschriften zur Aufgabe, grundlegende Sicherheitsanforderungen zu erfüllen, die wie folgt aussehen können:

  • die Bildung explosionsfähiger Atmosphäre verhindern oder einschränken (primärer Explosionsschutz)
  • wirksame Zündquellen zu vermeiden (sekundärer Explosionsschutz)
  • die Auswirkung einer potentiellen Explosion auf ein geringfügiges Maß zu beschränken (tertiärer oder konstruktiver Explosionsschutz)

Zur Sicherheitsanforderung gehört auch, eine entsprechende Beurteilung über die Explosionsgefahren abzugeben und Bereiche mit hoher Explosionsgefahr in Zonen einzuteilen.

Dabei werden Gase als leicht entzündliche Stoffe in den Zonen 0, 1 oder 2 eingeteilt. Zone 0 steht hierbei für eine ständig währende explosionsfähige Atmosphäre, die sich über einen längeren Zeitraum erstreckt, Zone 1 für eine gelegentliche explosionsfähige Atmosphäre im Normalbetrieb und Zone 2 für eine kaum vorhandene explosionsfähige Atmosphäre im Normalbetrieb.

ATEX Kennzeichnung an Geräten entziffern

Am folgenden Beispiel möchten wir einmal deutlich machen, wie man eine ATEX Kennzeichnung auf verschiedenen Geräten lesen kann:

  • Ex: bedeutet, dass es sich um eine Explosionsschutz-Kennzeichnung handelt.
  • II: ist die Gerätegruppe. Gruppe I bedeutet „Bergbau“, Gruppe II bedeutet „übrige Industrie“.
  • 2: ist die Sicherheitskategorie für „hohes Maß an Sicherheit“. Kategorie 1 bedeutet „normales Maß an Sicherheit“ und Kategorie 3 „sehr hohes Maß an Sicherheit“.
  • G D: Bedeutet dass es sich um „G“ wie Gas und „D“ wie Staub handelt.
  • D: ist die Zündschutzart.
  • T3: ist die maximal erlaubte Oberflächentemperatur. In diesem Fall bedeute T3 eine Temperatur von 200 Grad Celsius.

Gerätegruppen ATEX

Gruppe I (Gerätegruppe I)
Geräte zur Verwendung in Bergbau-/Übertage-/Untertagebetrieben
 Kategorie M1Kategorie M2
Anforderungsehr hohe Sicherheithohe Sicherheit
Gruppe II (Gerätegruppe II)
Geräte zur Verwendung in explosionsgefährdeten Staub- und Gasatmosphären
Kategorie 1Kategorie 2Kategorie 3
Gefahrständig, häufig oder über längere Zeitgelegentlichselten und kurzzeitig
Anforderungsehr hohe Sicherheithohe Sicherheitnormale Sicherheit
ZoneZone 0Zone 20Zone 1Zone 21Zone 2Zone 22
StoffgruppeGDGDGD

G=Gas, D=Staub

Gruppe III (Gerätegruppe II)
Geräte zur Verwendung in explosionsgefährdeten Staubatmosphären
IIIAIIIBIIIC
Unterteilungbrennbare Flusennicht leitfähiger Staubleitfähiger Staub
ZoneZone 20, 21, 22Zone 20, 21, 22Zone 20, 21, 22
StoffgruppeDDD

Quelle Tabellen: wikipedia


Staubexplosion – das sind die Auswirkungen (Video)


ATEX Explosionsschutz: Begriffserklärungen

Die ATEX Direktive beeinhaltet unzählige Fremdwörter, Abkürzungen und Fachbegriffe, die wir an dieser Stelle als Service für Sie erläutern möchten.

PTB – Physikalisch-Technische Bundesanstalt

Die Physikalisch-Technische Bundesanstalt (PTB) ist im Hinblick auf die Richtlinie 94/9/EG eine Benannte Stelle. Neben Forschung und Entwicklung ist das PTB für Prüfungen und Zertifizierungen explosionsgeschützter Geräte und Systeme zuständig. Darüber hinaus sind Mitarbeiter des PTB in Normungsgremien tätig.

Schutzsysteme

Schutzsysteme sind sämtliche Vorrichtungen, die eine laufende Explosion stoppen und den betroffenen Bereich begrenzen können. Schutzsysteme können auch integraler Bestandteil von Geräten sein, dann werden Sie allerdings nicht als Schutzsystem im Sinne der ATEX Richtlinie verstanden, statdessen wird Ihre Konformität mit den Geräten beurteilt, in denen das Schutzsystem verbaut wurde.

Letzte Aktualisierung am 23.06.2017 / Affiliate Links / Bilder von der Amazon Product Advertising API

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